Das Anderssein trainieren

Wenn Blinde Fußball spielen: Eine installative Performance übte beim Festival Imagetanz den inklusiven Humanismus

Feuilleton | Reportage: Sara Schausberger | aus FALTER 11/15 vom 11.03.2015

Beim sogenannten Torball sehen die Spieler die Kugel nicht, sie hören sie. Deshalb wird das Publikum gebeten, leise zu sein. Nur wenn ein Tor fällt, wird gejubelt. Torball spielt man auf dem Boden liegend, es ist so etwas wie Fußball für Blinde und Teil der installativen Performance "Training" des Künstlerduos Barbara Hölbling und Mario Höber (hoelb/hoeb). Wer Lust hat, kann sich nach dem Match selbst auf den Boden legen und eine Runde spielen. Die Augen werden mit Schlafmasken verdeckt, damit es auch wirklich dunkel ist. Gar nicht leicht zu hören, wohin der Ball rollt.

"Spielstätte für einen inklusiven Humanismus" ist der Untertitel der Performance, in der es um körperliche Verwandlungen geht, deren Auslöser Krankheiten und Behinderungen sind. Drei Tage lang konnte das Publikum mit Künstlern, Forschern und Sozialarbeitern über physische Formen der Diversität sprechen. "Wir würden Sie bitten, diesen Raum als Trainingsstätte zu benutzen", fordern hoelb/hoeb, am Sprungbock


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