Das lebensgefährliche Leben

Impfkritiker, es sind nicht viele, aber sie sind sehr aktiv. Vor allem im Internet

Stadtleben | Diagnose: Hannah Schifko | aus FALTER 11/15 vom 11.03.2015

Wo findet man Impfgegner? Paradoxerweise auch in manch einer Arztpraxis. Etwa in jener des Wiener Kinderarztes Michael E. (Name geändert). Hier muss man sich, wenn man seine Ordination betritt, erst einmal die Schuhe ausziehen. Ein bisschen Japan kommt gut. Auf seiner Homepage wirbt E. mit dem Satz "In Europa kann heute auf Impfen verzichtet werden".

Warum, erklärt er damit, dass es in Europa zwei Ideologien gäbe: Krankheiten vermeiden oder Krankheiten zulassen, um das Immunsystem zu stärken. "Denn Krankheiten sind sinnvoll, und gerade das Ausfiebern ist eine wichtige Vorsorgemaßnahme", sagt E. Auch für seinen elfjährigen Sohn. Der wurde - im Gegensatz zu E.s älterem Nachwuchs - nicht geimpft und hat die kürzlich in Berlin ausgebrochenen, hochansteckenden Masern womöglich noch vor sich.

Seit ich ein Kind hab, hab ich in der Impfdebatte eine Meinung", singen die Wiener Musiker und Jungväter Christoph & Lollo in einem ihrer Lieder. Leider haben viele Eltern keine eindeutige. Die


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