Kritzendorf im Dreiminutentakt: Manfred Neuwirths Doku-Essay "Aus einem nahen Land"

Feuilleton | aus FALTER 12/15 vom 18.03.2015

Einige Jahre bevor Nikolaus Geyrhalter für "Allentsteig" (2010) ins Waldviertel aufbrach, besuchte ein anderer österreichischer Filmemacher den seinerzeit von der deutschen Wehrmacht errichteten Truppenübungsplatz. In "Erinnerungen an ein verlorenes Land" sprach Manfred Neuwirth 1988 mit Zeitzeugen, die 50 Jahre zuvor nach dem Entsiedlungsbefehl gezwungen worden waren, ihre im nunmehrigen Militärgebiet gelegenen Dörfer zu verlassen. Es ist sein bekanntester und erfolgreichster Dokumentarfilm, wenngleich für das bisherige Gesamtwerk ein eher untypischer.

Neuwirth, Gründungsmitglied der Medienwerkstatt Wien, arbeitet als freier, experimenteller Dokumentarfilmer, der seit vielen Jahren die Gestaltungsmittel, mit denen er der sogenannten Wirklichkeit begegnet, stets weiterentwickelt. Wenn ihm etwas Interessantes auffalle, so Neuwirth anlässlich der Uraufführung seines Films "Aus einem nahen Land" im Österreichischen Filmmuseum, dann spiele es keine Rolle, ob er eine Kamera dabeihabe


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