"Bluffen, was das Zeug hält"

Thomas Spitzer, das Hirn der EAV, laboriert an beginnender Altersradikalität. Er will zurück zur scharfen Satire

Feuilleton | Porträt: Sebastian Fasthuber | aus FALTER 12/15 vom 18.03.2015

So viele junge Wilde hat es im Wien der 1970er-Jahre nicht gegeben, dass sie sich nicht irgendwann über den Weg gelaufen wären. Es war 1977 in der Kunststudenten-WG von Thomas Spitzer am Bauernmarkt, als sich der Haufen, der kurz darauf zur Ersten Allgemeinen Verunsicherung werden sollte, und zwei junge Journalisten gegenübersaßen.

"Sie waren von der Vision beseelt, eine kritische Alternative zum lauwarmen Rascheln im Blätterwald namens ,Der Falter' in die Welt zu setzen, während wir noch über eine Bandgründung sinnierten", sagt Spitzer. "Beides hat anscheinend irgendwie respektabel überlebt." Klingt komisch, aber die EAV und der Falter entstammen derselben Ursuppe. Mit dem neuen Album "Werwolf-Attacke", auf dem ein kreativ revitalisierter Spitzer textlich die Krallen ausfährt, kommen sie einander auch wieder näher.

Der Steirer, der den Großteil des Jahres in Kenia lebt, versucht seine Band zurück zur alten Bissigkeit und kritischen Haltung zu treiben, die sie mit ihren Publikumserfolgen


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