<für immer jetzt>

Im_Sog_von_Live-Ticker_und_Self-Tracker: Nun befasst sich auch die Kunst mit <der digitalen Gegenwart> und ihren Folgen. Über den Hype der sogenannten <Post-Internet-Art>

Feuilleton | Navigation: Thomas Edlinger | aus FALTER 12/15 vom 18.03.2015

Eine Waschmaschine dreht durch. Sie schleudert und löst sich in ihre Bestandteile auf. Schnitt. Fotos von jugendlichen Alkoholleichen: Die Gesichter sind mit Farbstiften vollgekritzelt, in den Ohren und Nasenlöchern stecken Zigaretten oder Pommes frites. Schnitt. Manga-Pornos, leidende Körper in christlicher Malereitradition und ein Mann, der seine Computertastatur zertrümmert. Irgendwann zertritt ein Mädchen einen Roboter, der die Form eines Krebses hat.

"Mainsqueeze" heißt dieses drastische Video von Jon Rafman, das derzeit in der Ausstellung "The Future of Memory" in der Kunsthalle Wien zu sehen ist. Wenige Meter weiter wummert der Superhit "Happy" von Pharrell Williams. Das 24-stündige Video dazu zeigt tanzende Menschen rund um den Globus - für immer Pop, für immer glücklich.

In Dragana Žarevacs Adaption des Clips mit Montagematerial aus viralen Subkulturen tanzen die Menschen gleich auf zwölf Schirmen nebeneinander. Doch nach ein paar Minuten kapern die Krisenherde der Welt,


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