Apokalyptisch: Theoretiker Douglas Rushkoff über den Terror des Internet

Feuilleton | Interview: Thomas Edlinger | aus FALTER 12/15 vom 18.03.2015

Der US-Medientheoretiker Douglas Rushkoff analysiert seit Mitte der 90er-Jahre die Phänomene des Internetzeitalters. Sein Buch "Present Shock - Wenn alles jetzt passiert" (Orange Press, 2014) zeichnet ein düsteres Bild von der digitalen Gegenwart. E-Mail, Twitter und Facebook würden die Menschen versklaven, lautet Rushkoffs Befund.

Falter: Die Doors haben 1967 noch gesungen: We want the world, and we want it now. Jetzt haben wir die Welt immer am Display. Was ist so schlecht daran?

Douglas Rushkoff: Je länger man die Menschen an irgendwelchen Geräten online halten kann, desto mehr Kapital kann man daraus schlagen. Wenn Sie mit mir auf der Straße reden, nützt das keinem Markt. Wenn wir skypen oder smsen, schon.

Zeitdiagnostiker wie Simon Reynolds betonen den Retrocharakter der Popkultur. Wie passt das mit dem von Ihnen diagnostizierten Gegenwartsschock zusammen?

Rushkoff: Wir sehnen uns nach Zeiten, die mehr in ihrer Zeit verwurzelt waren als die Gegenwart. All die Jahrzehnte vor uns


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