Ski Glosse

Kleine Philosophie der Schrecksekunde

Armin Thurnher über die Zeit des Schreckens im Sport und auf der Couch

Stadtleben | aus FALTER 12/15 vom 18.03.2015

Je näher das Saisonende rückt, desto wichtiger scheint es, über die Schrecksekunde nachzudenken. Einmal in 20 Jahren komme so was vor, sagte Marcel Hirscher, nachdem er dem TV-Publikum eine solche Sekunde aufgebrummt hatte und im ersten Durchgang des Slaloms von Kranjska Gora beinahe ausgeschieden wäre. Unsere Sekunde kostete ihn zwei; eine davon holte er im zweiten Durchgang auf. Er wurde noch Sechster. Eine Schrecksekunde bezeichnet die Zeit, in der ein Mensch auf Unvorhergesehenes reagiert; Sportler können sie bis auf eine Zehntelsekunde drücken. Während uns noch der Atem stockt, hat der Athlet schon reagiert und - hoffentlich -das Schlimmste verhütet. Die Schrecksekunde wird übrigens durch Alkoholkonsum verlängert, auf der Couch dauert sie vielleicht 20-mal so lang wie auf der Piste. In beiden Fällen kann der Herzschlag zwischendurch aussetzen. Danach geht das Leben weiter.


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