Mit großem Bauchweh

Wie lässt sich der Wiener Naschmarkt noch retten? Oppositionspolitiker, Bürgerinitiativen und einzelne Händler kämpfen für den "Bauch von Wien". Doch ohne Gesetzesänderung stehen die Chancen schlecht


Marktbesuch: Barbara Tóth
Stadtleben | aus FALTER 12/15 vom 18.03.2015


Foto: Heribert Corn

Foto: Heribert Corn

Waldviertler Mohnzelten also. Sie sind das, was letztes Jahr die Wasabinüsse waren. Und im Jahr davor die kleinen Falaffelbällchen auf Spießen. Wer über den Naschmarkt schlendert, kann sich eigentlich nur wundern. Ernähren sich die Wienerinnen und Wiener derzeit am liebsten von diesem kleinen mit Mohn, manchmal auch Nuss und Marille gefüllten Mürbteiggebäck? Schätzen sie tatsächlich grell eingefärbte Trockenfrüchte aus Holland, China oder Thailand? Und warum verkauft im Land des Schweinsbratens genau ein einziger Fleischer am Markt Schweinefleisch und nennt es „Manga“? Gemeint ist nicht der japanische Comic, sondern die ungarische Wollschweinrasse Mangaliza.

Jetzt bloß nicht jammern, das ist derzeit das Credo aller, die sich für den Naschmarkt verantwortlich fühlen. Die zuständige Stadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ), das Marktamt, das sich jetzt bescheiden nur mehr „Marktservice“ nennt, als hätte es nichts zu melden, und natürlich die Marktstandler und ihre Lobbyisten.

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