Kommentar Bildung

Sprachen: über die umstrittene Anweisung einer Schulleiterin

Falter & Meinung | Joseph Gepp | aus FALTER 12/15 vom 18.03.2015

Mit Sprachen lässt sich viel Demagogie betreiben. Denn sie stiften Gemeinschaften. Wer eine fremde Sprache spricht, den versteht man nicht. Schnell fühlt man sich ausgeschlossen. Und bekommt das Gefühl, die kochen ihr eigenes Süppchen.

Kein Wunder, dass nicht nur Rechtspopulisten oft in Sachen Sprache polemisieren. In Österreich tut auch die ÖVP gern so, als ließen sich die massiven Probleme des Schulsystems mit dem Slogan "Deutsch vor Schuleintritt" kurieren.

Dabei übergehen die Politiker, was Sprachwissenschaftler seit Jahren predigen: Das Problem ist nicht die nichtdeutsche Muttersprache. Sondern, dass man Kinder nicht in beiden Sprachen literarisiert.

Möchte man sie wegen ihres kulturellen Hintergrunds nicht beschämen, sollte man ihre Sprache wertschätzen und fördern. Sonst wird nur eine auf die andere draufgepropft, und am Ende fehlt für beide die Basis.

Das Rezept der massiven Förderung der Muttersprachen ist also längst bekannt. Sie würde dafür sorgen, dass Schüler


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