Ein junges Genie am Klavier

Der amerikanische Pianist Kit Armstrong spielt in Wien Werke von Mozart und Haydn

Feuilleton | Porträt: Armin Thurnher | aus FALTER 12/15 vom 18.03.2015

Dezember 2012, Mozart-Saal des Wiener Konzerthauses, und alle Wiener Kritiker hatten Wichtigeres zu tun. Der große Musikmanager Hans Landesmann aber saß auf seinem Stammplatz. "Man hört den Meister", sagte er in der Pause beglückt.

Man hörte Kit Armstrong, einen jungen Meister, und durch ihn hörte man seinen Lehrer Alfred Brendel. Man hörte ihn in der kantablen, klangschönen Art des Spiels und in der genauen Auffassung der Komposition. Diese, nicht der Spieler, steht im Vordergrund.

Kit Armstrong ist ein ungewöhnlicher junger Musiker, und Alfred Brendels Verdienst um dessen Karriere besteht zuerst darin, dass er ihn vor dem Los des Wunderkinds bewahrte. Das war die Bedingung, unter der er den damals 13-jährigen Armstrong als Schüler akzeptierte.

Brendel betreute zwar einen Kreis junger Pianistinnen und Pianisten, von Imogen Cooper bis Paul Lewis und Till Fellner, die ihm regelmäßig vorspielten, aber er unterrichtete nicht im eigentlichen Sinn. Mit Armstrong ergab sich eine Beziehung


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