Arbeiter verlassen die Fabrik

Filmer Nikolaus Geyrhalter begleitet in "Über die Jahre" den Untergang einer Waldviertler Fabrik. Wie das war, erzählt er hier

Feuilleton | Protokoll: Michael Omasta, Michael Pekler | aus FALTER 12/15 vom 18.03.2015

Wir wollten einen Film drehen über die Arbeit in einer Textilfabrik und über die Veränderung, die die Schließung des Betriebs und der Verlust der Arbeit für die Menschen mit sich bringen.

"Über die Jahre" war von Beginn an als Langzeitbeobachtung angelegt. Der Zeitraum von zehn Jahren hat sich sukzessive ergeben. Es wäre schade gewesen, nach drei Jahren schon aufzuhören, weil sich ein Vertrauensverhältnis aufgebaut hat. Außerdem hat ja niemand auf diesen Film gewartet. Wir haben jedes Jahr um ein weiteres verlängern können und gesagt: "Wir brauchen noch ein bisschen."

Zehn Jahre in drei Stunden

Der Anfang war intensiv, später ist die Arbeit an dem Film praktisch nebenher gelaufen. Wir sind fast jedes Jahr für ein paar Tage ins Waldviertel gefahren, haben dazwischen aber natürlich andere Filme gedreht. So hat das Projekt nicht so viel Gewicht gehabt, sondern ist immer im Hintergrund geblieben. Wir haben das Material auch nur anfänglich gesichtet, dann ist es einfach liegengeblieben.


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