Nüchtern betrachtet

Keine Kopfschüsse mehr in meinem Wohnzimmer

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Feuilleton | aus FALTER 12/15 vom 18.03.2015

Der vergangene Sonntag war für mich ein historischer Tag, denn am 15. März 2015 ist es mir gelungen, die "Sopranos" zu Ende zu schauen. Ich bin froh, dass ich diese Bildungslücke endlich geschlossen habe, aber auch erleichtert, dass in meinem Wohnzimmer ab sofort keinem Menschen mehr in den Kopf geschossen oder Leute mit dem Baseballschläger totgeprügelt werden, denn als nächstes ziehe ich mir sämtliche Jane-Austen-Verfilmungen rein oder irgendeine Serie, die im Rosenzüchtermilieu von Sussex spielt.

In sämtlichen "Best TV-Series ever"-Rankings rangieren die "Sopranos" unter den Top Ten. Ich bevorzuge "The Wire","Breaking Bad", "Six Feet Under" oder "Treme", möchte die Verdienste der "Sopranos" aber auch nicht kleinreden, am allerwenigsten die schauspielerische Leistung des tragisch früh verstorbenen Giganten James Gandolfini. Vor allem aber gilt es, die Serie gegen ihre Liebhaber zu verteidigen; eine Serie, in der es allenfalls Figuren gibt, mit denen man Mitleid haben kann (Adriana,


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