Gastro am Naschmarkt: Wer schaut hier genau hin?

Laut Gesetz dürfen Lokale nur ein Drittel des Marktes ausmachen. Aber es wird offensichtlich getrickst. Die Marktaufsicht schaut zu

Politik | aus FALTER 13/15 vom 25.03.2015

Das Limit an Lokalen am Naschmarkt ist erreicht. Neueröffnungen sind nicht mehr möglich." Diesen Satz sagen Wiens Politikerinnen -wie Frauenstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) - schon seit neun Jahren. Und trotzdem kann sich die Gastronomie auf Wiens bekanntestem Markt schleichend ausbreiten.

Die Marktordnung aus dem Jahr 2006 sieht maximal ein Drittel der "ständig zugewiesenen verbauten Fläche" zur gastronomischen Nutzung vor. Laut Marktservice (vormals Marktamt) werden derzeit 2037 Quadratmeter des Markts als Lokale genutzt. Das sind nach deren Berechnungen 33,2 Prozent der verbauten Fläche von insgesamt 6135 Quadratmetern. Das gesetzlich vorgeschriebene Limit wird also haarscharf um 0,1 Prozentpunkte - oder sechs Quadratmeter -unterschritten.

"Im Sinne der Transparenz" präsentierten Frauenberger und der Marktservice am Montag vor einer Woche eine neue Naschmarkt-App, auf der Besucherinnen genau, Stand für Stand, nachschauen können, wo sie am Markt Gemüse, Fisch, Brot einkaufen


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