Die Landschaft im Zeitalter ihrer Ausbeutung oder wie der Mensch die Natur sieht

Steiermark | TEXT: ULRICH TRAGATSCHNIG | aus FALTER 13/15 vom 25.03.2015

Mit den Ausstellungen "Landschaft in Bewegung. Filmische Ausblicke auf ein unbestimmtes Morgen" und "Disputed Landscape. The Viusal Paradigm" eröffnen Kunsthaus Graz und Camera Austria einen Themenschwerpunkt, der sich auch noch in den Programmen von Neuer Galerie, Naturkundemuseum und von Kunst im öffentlichen Raum Steiermark wiederfinden wird. Das Kunsthaus geht in seinem gemeinsam mit der Diagonale umgesetzten Teil der Frage nach, wie sich der Begriff von Landschaft seit den 60er-Jahren, als erstmals von außerhalb auf die Erdkugel geschaut werden konnte, verändert hat. Camera Austria erkundet, wie sich Mensch und Politik in die Landschaft und ihr Bild einschreiben. Dass wir die Erde heute aber ausschließlich als ein Territorium verstehen, das gezähmt und angeeignet werden kann, darf sicherlich bezweifelt werden. Die von Robert Smithson im Großen Salzsee in Utah installierte Spirale aus 6000 Tonnen Basaltsteinblöcken spricht sicher eine klare Sprache. Marine Hugonniers über die Datumsgrenze hinweggehender Blick, die großformatige Neuauflage romantisierenden Naturabbildens Marke Caspar David Friedrich, aber auch. Wie Einordnung und Ausbeutung dem Natürlichen begegnen und es in ein bequem konsumierbares Erlebnis transferieren, folgt durchwegs alten Mustern, gehorcht unterschiedlichen, auch ökonomisch und politisch bestimmten Konventionen, pendelt zwischen analytischer Kartografie und schwelgerischem Exotismus und bringt in jedem Fall so präzise wie kein zweites Genre Kunst-, Welt-und Selbstverständnis auf den Punkt.

Kunsthaus, Graz, bis 26.10. Camera Austria, Graz, bis 6.9.


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