Seinesgleichen geschieht Der Kommentar des Herausgebers

Varoufakis, Satire, die EZB und die schlimme Sache mit dem Finger

Falter & Meinung | VON ARMIN THURNHER | aus FALTER 13/15 vom 25.03.2015

Wir leben im digitalen Zeitalter, also im Zeitalter des Fingers. Vergangene Woche hatten wir zweimal Gelegenheit, unsere Epoche anhand dieser bescheidenen und doch lebensnotwendigen Extremität zu bedenken. Der Finger ist ein Fingerzeig in sich selbst, er deutet auf etwas, und indem er uns die Welt direttissima zeigt, deutet er sie uns. Seine Botschaft ist auch für solche, denen Fingerspitzengefühl fehlt, mit Händen zu greifen. Selbst unpoetischste Existenzen werden im Angesicht des Fingers kreativ.

Der Zeigefinger ist die Frontalpädagogik der Gestensprache. Auch in der Sprache der Architektur spielt er eine Rolle. In doppelter Form: In Form des aufragenden Zeichens und in Form der zeichenhaften Architektur, also von Bauwerken, die uns etwas zeigen wollen. Vor allem den Zeigewillen des Architekten.

Man kann verstehen, woher diese Attitüde stammt. In den mausgrauen Vor-und Nachkriegsjahren der sachlichen, formal zurückhaltenden Moderne voller Plattenbauten und sozialpartnerschaftlicher


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