Eine andere Haltung zum Erzählen

Halb Liebesgeschichte, halb Thriller: Andrina Mračnikar gibt mit "Ma Folie" ein irritierendes Spielfilmdebüt

Feuilleton | PORTRÄT: SABINA ZEITHAMMER | aus FALTER 13/15 vom 25.03.2015

Eine grundlegende Skepsis bezüglich Bildern und Erzählungen, ein Misstrauen vermeintlich objektiven Wahrheiten gegenüber begleite sie schon lange, sagt Andrina Mračnikar. Wie ein roter Faden zieht sich dieses Thema auch durch das filmische Werk der österreichischen Regisseurin und Drehbuchautorin.

2002 setzte Mračnikar sich in "Andri 1924-1944" mit der Geschichte ihrer Familie, Kärntner Slowenen aus Ludmannsdorf/Bilčovs, auseinander. Der kurze Dokumentarfilm beleuchtet das Schicksal ihres Großonkels Andri, der von der Wehrmacht desertierte, um sich den Partisanen anzuschließen, und von den Nazis hingerichtet wurde. Ein gleichermaßen zarter wie furchtlos fragender Film, eine persönliche Spurensuche in einer von Leerstellen geprägten Vergangenheit.

"Ich las die Protokolle, die die britischen Befreier damals mit den Mördern führten, mit all diesen beteiligten Nazis", erzählt Andrina Mračnikar. "Sie widersprechen sich darin komplett, und zum Zeitpunkt der Erschießung will keiner


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