"Einmal in die Scheiße greifen"

Die vier von Kompost 3 kommen vom Jazz, haben ihre Ohren aber in die Zukunft gerichtet

Feuilleton | PORTRÄT: SEBASTIAN FASTHUBER | aus FALTER 13/15 vom 25.03.2015

Man muss dem Jazz keinen auffälligen Geruch mehr unterstellen, wie es Frank Zappa tat. Wer sich durch Neuerscheinungen hört, bekommt selbst bei Debüts vielmehr das Gefühl vermittelt, klinisch saubere Musik zu konsumieren: keimfreie Nachstellungen alter Jazzmuster, die dennoch eine dicke Staubschicht aufweisen.

Die Musiker aus dem Umfeld der Jazzwerkstatt Wien bilden seit zehn Jahren die Gegenbewegung dazu. Sie tun, was junge Musiker aller Genres tun sollten: über ihren kleinen Gemüsegarten hinausblicken, die spannende Musik der Zeit aufsaugen und in ihr eigenes Schaffen integrieren.

Kompost 3 entstammen diesem fruchtbaren Kosmos und sind derzeit Österreichs heißeste Jazzband. Dass sie nicht wie ein konventionelles Jazzquartett klingen, trägt dazu ursächlich bei. "Mich nervt bei Jazzkonzerten oft, dass es darum geht, Talente zu präsentieren", sagt Lukas König. "Uns geht es um das Gesamtbild, nicht um Einzelleistungen."

König, der auch eine Hälfte des Freistilduos Koenigleopold


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