WIENWÄRTS Wahl 2015

Wiens Schlamm hat Charme

Folge VII: Abwasser kann mehr als nur dreckig sein; es kann zum Beispiel Strom und Wärme produzieren. Deswegen baut Miklós Papp Wiens einzige Kläranlage so um, dass sie sich ab 2020 selbst mit Energie versorgen kann

Politik | BERICHT: HANNAH SCHIFKO | aus FALTER 13/15 vom 25.03.2015

Miklós Papp weiß, wie man das Beste aus schmutzigem Wasser rausholt. Dabei denkt er nicht an die unzähligen Zigarettenstummel, Präservative oder Batterien, die Wienerinnen und Wiener tagtäglich in Klos oder Gullis runterspülen. "Man will gar nicht glauben, wie viele Nylonstrümpfe sich in den Pumpen verheddern", sagt der Technische Leiter der Wiener Kläranlage. Frauen würden diese bei nächtlichen Touren durch die Clubs der Stadt in Toiletten entsorgen. Aber das erwähnt Papp nur am Rande. Viel lieber redet der Diplomingenieur über Schlamm. Klärschlamm, von Fachleuten auch Dünnschlamm genannt.

Seit sechs Jahren denkt Papp über diesen Schlamm nach, und wie er das Abfallprodukt der Abwasserreinigung in genügend Strom respektive Wärme umwandeln kann. Denn Energieverbrauch ist seit jeher ein Problem der einzigen Kläranlage Wiens.

Aber nicht mehr lange. Gemeinsam mit einer Handvoll Experten -etwa Ingenieuren der Technischen Universität Wien -entwickelte Papp das Projekt "E_OS".


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