DER SCHERBENTAUCHER

Vom Lebensborn-Baby zum Flex-Erfinder: warum der Rathausbeamte Klaus Steiner den baulichen Größenwahn der Nazis dokumentierte

Feuilleton | PORTRÄT: MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 13/15 vom 25.03.2015


Foto: Heribert Corn

Foto: Heribert Corn

Am einfachsten seien die Witwen der Nazis zu knacken gewesen, erzählt Klaus Steiner. Bei Kaffee und völkischem Egerländerkuchen tauten die Frauen der verstorbenen NS-Architekten auf und führten den Gast zu dem Giftschrank, wo die Pläne für Groß-Wien lagerten. Endlich interessierte sich jemand für die vergessenen Leistungen ihrer Männer.

Das Architekturzentrum Wien (AzW) zeigt eine Ausstellung über das örtliche Bauen während des Nationalsozialismus (siehe auch S. 26). Die „Perle des Reiches“ sollte nach den Vorstellungen Adolf Hitlers zur Gauhauptstadt aufsteigen, mit monumentalen Propagandabauten, Autobahnen und Wohnungen für die „deutsche Volksgemeinschaft“. Das Material für diese längst überfällige Aufarbeitung stammt von Klaus Steiner, der sein Archiv 2011 dem AzW übergab. „Ich war kein Devotionaliensammler, sondern ich habe immer auf eine wissenschaftliche Publikation über die Planungs- und Baugeschichte der NS-Zeit hingearbeitet“, erklärt der Stifter.


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