Nachdenkliches Freak-out eines Genies: Der Rapper Kendrick Lamar sprengt alle Ketten

Feuilleton | MUSIKKRITIK: SEBASTIAN FASTHUBER | aus FALTER 13/15 vom 25.03.2015

Dass er ein Künstler ist, dessen Visionen über gängige Hip-Hop-Maßstäbe hinausgehen, hat Kendrick Lamar schon 2012 mit seinem großen Wurf "good kid, m.A.A.d city" bewiesen. Es war das beste Rapalbum der letzten Jahre und gleichzeitig auch ein packender Entwicklungsroman -vom Buben, der nichts mit sich anzufangen weiß, zum Rapper auf dem Sprung zur Berühmtheit.

Den Nachfolger, "To Pimp a Butterfly", veröffentlichte Lamar spontan eine Woche vor dem geplanten Erscheinungstermin; gleich am ersten Tag stellte die Platte in den USA einen Verkaufsrekord auf. Dabei ist das 79-Minuten-Werk musikalisch die krasse Antithese zu gut verkäuflichem Mainstream-Rap. Es klingt chaotisch, überladen und steht nur zum Teil im Zeichen geiler Beats. Die Jazz-und Funkanteile sind mindestens genauso stark. Lamar beschäftigt neben den besten Beatmachern der Zunft auch Jazz-und Neo-Soul-Kapazunder.

Nicht nur musikalisch ist das Album überreich und voller Details, die sich erst nach und nach voll entfalten.


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