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Falter & Meinung | BENEDIKT NARODOSLAWSKY | aus FALTER 13/15 vom 25.03.2015

Ukraine. Griechenland. Krise. Steuerreform. Wir leben in Zeiten der Umbrüche. Auch im Falter. Sachen werden plötzlich möglich, die niemand mehr für möglich gehalten hat. Isa Grossmann hat heute zum Beispiel John Williams' großartigen Roman "Stoner" zurückgegeben, den sie sich ausgeliehen hatte, als die Welt noch von Raptoren beherrscht wurde. Aber der Isa verzeiht man das. Weil die Isa ist cool.

Die größten Umwälzungen geschehen aber nicht im Chefinnen-vom-Dienst-Büro, sondern in der Küche, die die Redakteure je nach Verwendungszweck auch "Gang zum Klo" oder "Lounge" nennen.

Denn in der Küche stehen nicht nur die Häferln und die Teller, sie bietet auch Platz für Freizeitgestaltung: sieben Schritte in die Länge, einen halben in die Breite, an ihrer größten Ausbuchtung bis zu zweieinhalb Schritte, wenn man die Sessel beiseiteräumt.

Jedenfalls bittet seit kurzem ein Schild offi ziell darum, in der Lounge nicht mehr zu rauchen. Damit büßt die Küche ihre langjährige Funktion als Raucherkammerl ein. Nicht nur das: Eine neue Redaktionskaffeemaschine steht kurz vor der Anschaffung. Am Montag wurde das zweite Modell getestet. Ein Vertreter war da, er war sehr freundlich. Er wartete vor seiner klobigen Maschine in der Küche, bot den Mitarbeitern seinen exquisiten Kaffee feil und wich dabei gekonnt den Menschen aus, die bloß aufs Klo gehen wollten. So, als ob er schon immer hier gewesen wäre.

Das macht die Falter-Küche so besonders: Man fühlt sich in ihr sofort zu Hause.


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