Deutsches Herrendenken, afrikanisches Leid und Blut

Kamerun war von 1884 bis 1916 eine Kolonie des Deutschen Reichs. Ein Buch zeigt, wie brutal und zynisch die Deutschen in Afrika tobten

Politik | REZENSION: JULIA KOSPACH | aus FALTER 13/15 vom 25.03.2015

Es lohnt sich, die Probe aufs Exempel zu machen und Menschen seines größeren Bekanntenkreises nach ihrem Kenntnisstand zur deutschen Kolonialherrschaft in Kamerun zu befragen: "Kamerun? Waren dort nicht die Franzosen?", lautet die häufigste Gegenfrage. Doch, aber erst später. Von 1884 bis 1916 wehte die Fahne des wilhelminischen Deutschen Reichs über dem westafrikanischen Land.

Dieses mehr als 30 Jahre umspannende und besonders düstere Kapitel der Kolonialgeschichte ist in Deutschland inzwischen ebenso weitgehend vergessen wie vermutlich überall sonst in Mitteleuropa. In der heutigen Republik Kamerun weiß hingegen jedes Schulkind über das frühere Deutsch-Kamerun Bescheid. Allgemein bekannt ist dort bis heute auch der Fall von "Tet'ekombo" Rudolf Manga Bell, dem "Vater der Nation", der 1914 von den Deutschen ermordet wurde.

Dieses berühmteste Opfer der Kolonialjustiz von Deutsch-Kamerun wurde von Deutschland bis heute nicht rehabilitiert. Der Berliner Journalist und Jurist Christian


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