Hitlers Perle -die Planung von Groß-Wien

Eine materialreiche Ausstellung arbeitet die Architektur der NS-Zeit in Wien auf. Und belässt viele Aspekte im Dunkeln

Feuilleton | REZENSION: ERICH KLEIN | aus FALTER 13/15 vom 25.03.2015

Unter Hitlers größenwahnsinnigen Sagern nimmt sich der vom 9. April 1938 vergleichsweise kulturbeflissen aus. Auf die unterwürfige Begrüßung des Wiener Bürgermeisters: "Nun, mein Führer, gehört die Stadt Ihnen!", antwortet der Diktator: "Diese Stadt ist in meinen Augen eine Perle! Ich werde sie in jene Fassung bringen, die dieser Perle würdig ist." Das Ergebnis ist bekannt.

Das Architekturzentrum Wien zitiert den Perlenvergleich im Titel der bislang größten Ausstellung über die nationalsozialistische Architektur der Metropole. Eyecatcher der von Ingrid Holzschuh und Monika Platzer kuratierten Schau "Wien. Die Perle des Reiches. Planen für Hitler" ist ein Plakat im Hof des Museumsquartiers. Es zeigt einen Entwurf von Studierenden der Technischen Hochschule aus dem Jahr 1933, gemacht für ein Gschnas im Künstlerhaus.

Die Klasse von Siegfried Theiss selbst steht in weißen Kitteln vor einem Stadtplan von Wien im Jahr 3000. In dieser Zukunftsvision befindet sich der erste Bezirk


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