Ohren auf Klassik

Sturm und Drang, verpackt in Streicherklang

Feuilleton | MIRIAM DAMEV | aus FALTER 13/15 vom 25.03.2015

Dass Mozart einer der größten Klaviervirtuosen seiner Zeit war, ist bekannt. Dass er außerdem ein überaus begabter Geiger war, der noch lieber Bratsche spielte, weiß hingegen kaum jemand. Mit 22 Jahren beschloss Mozart denn auch die Violine an den Nagel zu hängen, um sich fortan ganz und gar "seinem Instrument" zu widmen, dem Klavier. Die fünf Violinkonzerte hatte er da glücklicherweise bereits zu Papier gebracht.

Zwei davon, das erste und das fünfte, hat die Geigerin Vilde Frang für ihr Album "Mozart"(Warner) aufgenommen, außerdem das Doppelkonzert für Violine und Viola mit dem fantastischen Bratschisten Maxim Rysanov und dem Ensemble Arcangelo an ihrer Seite. Eine überaus gelungene Konstellation und geniale Musik, die hier mit all ihrem Sturm und Drang, ihrer Frische, ihrem jugendlichen Elan und ihrer Sehnsucht erklingt.

Schwerromantisch geht es bei Johannes Brahms zu, dessen Violinkonzert der Geiger Erik Schumann für sein Debüt "Johannes Brahms. Violin Concerto & Double Concerto" (Berlin Classics) ausgewählt hat. Mutig -zählt es doch zu den diffizilsten Konzerten der Violinliteratur. Die gefürchteten Doppelgriffpassagen meistert Schumann ebenso souverän wie die schwindelerregend hohen Töne; der junge Musiker geigt Brahms mit gelenkiger Brillanz, ohne dabei in schwelgerischen Schwulst zu verfallen.

Eine gute Portion Swing liefert das Album "Hot Club Jazz"(Gramola). Benjamin Schmid, der sich nun offiziell "All-Star-Geiger des 20. Jahrhunderts" nennen darf, begibt sich hier gemeinsam mit Martin Spitzer sowie Diknu und Joschi Schneeberger auf die Spuren des legendären französischen Jazz-Gitarristen Django Reinhardt. In insgesamt 17 Nummern jammen die vier Musiker um die Wette, dass es nur so eine Freude ist. Groovy!

Vilde Frang mit dem Tonkünstler-Orchester Niederösterreich live: 2.5., Musikverein Wien


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