Die Nutznießer des Mordens und das Geld der Nazis

Götz Aly gehört zu den wenigen Historikern, die den Nationalsozialismus nicht durch Gut-Böse-Dichotomien verklären, sondern erklären

REZENSION: KIRSTIN BREITENFELLNER | Politik | aus FALTER 14/15 vom 01.04.2015

Bei einem so schweren Erbe wie dem Nationalsozialismus ist die Versuchung groß, es sich leicht oder wenigstens ein bisschen leichter zu machen. Man erklärt dessen Verbrechen und die ihnen zugrundeliegenden Ressentiments für einzigartig oder unerklärlich. Oder man schreibt sie anderen zu. Den Parteibonzen. Den Industriebossen. Den Mitläufern (von denen niemand einer gewesen sein will). Oder dem Führer. Der verkörpert dann das absolute Böse, und alle anderen sind fein raus.

Zum Glück gibt es Götz Aly. Er legte mit "Warum die Deutschen? Warum die Juden? Gleichheit, Neid und Rassenhass 1800-1933" (2011, siehe Wieder gelesen) eines der wenigen Bücher vor, die den Nationalsozialismus erklären -statt ihn wie sonst üblich quasireligiös zu verklären. Als Gründe führte Aly den raschen sozialen Aufstieg der Juden im 19. Jahrhundert und die gute alte Todsünde Neid an, jene Sünde, über die man am wenigsten gerne spricht.

Neid und Gleichheit

Noch beunruhigender als jene über den Neid

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