Der ewige Hartmann

Dass den 31. Vienna City Marathon wohl wieder kein Österreicher gewinnt, ist egal


Vorlauf: Johann Skocek
Stadtleben | aus FALTER 14/15 vom 01.04.2015

Einen österreichischen Langstreckenläufer wie Gerhard Hartmann (60) wird es wohl nicht mehr geben. Den Wien-Marathon hat er drei Mal, nämlich 1985,1986 und 1987, gewonnen. Dabei war er kein guter Marathonläufer, wie er selber einmal zugab. Er hatte einen harten Laufstil, er saß immer ein bisserl nach hinten ab. Es war, als käme der französische Filmkomiker Pierre Richard mit Pagenkopfperücke und angestrengter Miene auf der Straße angerannt. 1989 wurde er noch einmal Zweiter (2:13,01), eine Ewigkeit hinter dem tansanischen Sieger Alfredo Shahanga (2:10,29). 1991 riss sich Hartmann irgendwo auf der Praterhauptallee eine Muskelfaser und haute den Hut drauf.

Der Marathon ist eine moderne urbane Inszenierung von Bewegung, Gesundheit, Natürlichkeit, man könnte auch sagen: Installation. Der Geist des Marathons, und darin ähnelt er der Sozialdemokratie, ist die Massenbewegung, und das hat mit Natur und Gesundheit nur marginal zu tun. Als Höhepunkt der ersten Olympischen Spiele der Neuzeit

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