Beisl Der steirische Gourmet

Existenzsuppe und Schreibtischlampe

Steiermark | RESTAURANTTEST: GÜNTER EICHBERGER | aus FALTER 14/15 vom 01.04.2015

Das Grambacher ist sehr weitläufig und hat eine "Showküche". Die Leuchtkörper erinnern an große Schreibtischlampen. Unser erster Eindruck, es mit einer Edelkantine zu tun zu haben, verflüchtigt sich bald. Was sicher nicht an der gerade laufenden Hobbykunstausstellung liegt. Wohl aber an der Küche.

Die Frittatensuppe ist "unsere Existenzsuppe", hat Thomas Bernhard geschrieben. Sogar er hätte an der traditionellen Grambacher Rindsuppe (€ 3,50) vermutlich seine Freude gehabt. Die Bouillabaisse ( € 5,80) hält sich zwar nicht ans provenzalische Rezept, ist aber eine sehr überzeugende, asiatisch inspirierte, pikante Eigenkreation mit Lachs, Garnelen und überraschenderweise Thunfisch. Die Erdäpfelpuffer sind nicht aus fein geschabten rohen Erdäpfeln, sondern aus gekochten, also eher Laibchen, nichtsdestotrotz ist die Variante mit Ziegenkäse, Oliven und Mangold ( € 11,50) ganz köstlich. Da werden selbst Fleischtiger schwach. Für die gibt es mehrere Steaks zur Auswahl. Das wunschgemäß medium rare gegarte, zarte Filet vom Almo (200 gr, mit Pfefferrahmsauce €20,90) lohnt allein die Anreise nach Grambach. Die Topfen-Pfirsich-Nockerln ( € 5,90) sind kein Anreiz. Für Potzingers Weißburgunder zahlt man stolze €4,50 pro Achtel.

Resümee Nicht zum ersten Mal werden wir in der Umgebung von Graz sehr gut verköstigt. Dem Lokal wünschen wir, dass der viele Platz genutzt wird.

Das Grambacher, Teslastraße 2,8074 Grambach, Tel. 0316/ 40 38 00, warme Küche Mo-So 11-22 Uhr


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