Neue Bücher Feminismus und Paranoia

Feuilleton | aus FALTER 14/15 vom 01.04.2015

Marlene Streeruwitz eine Feministin zu nennen erscheint pleonastisch. Aber Streeruwitz gehört glücklicherweise nicht zu jenen Feministinnen, die Autorinnen lobhudeln würde. Nicht einmal einer nationalen Größe wie Bertha von Suttner, die 1905 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. In diesem Buch gewordenen Vortrag nimmt sie deren Roman "Die Waffen nieder!"(1889) ebenso unter die Lupe wie den Wikipedia-Eintrag zur Autorin -und liefert eine glänzende Analyse der Tatsache, dass Frauen immer noch lieber Skandale als Werke zugeschrieben werden.

Julia Danielczyk, die Literaturreferentin der Kulturabteilung der Stadt Wien, hat die Lesereihe von Stipendiatinnen und Stipendiaten im Musa ins Leben gerufen und organisiert auch die Reihe "Autorinnen feiern Autorinnen", die die Aufgabe hat, bestehende Kanonisierungen infrage zu stellen. Sie hat zu deren erstem Band auch das Vorwort geschrieben. KB

Marlene Streeruwitz über Bertha von Suttner. Autorinnen feiern Autorinnen. Mandelbaum, 64


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige