Nüchtern betrachtet

Wie ich zu meinem ersten Abonnenten kam

Feuilleton | aus FALTER 14/15 vom 01.04.2015

Seit 2006 verschenke ich Selbstgebranntes. Keinen Schnaps, sondern CDs mit einem popmusikalischen Jahresrückblick, die sogenannte "Ernte". Es ist eines jener freundlichen Sozialgeräusche, mit denen ich meinerseits freundliche Sozialgeräusche zu ernten hoffe; vergleichbar meinen Aktivitäten auf Zwitscher, von denen die Blogosphäre widerhallt.

Ja, klar weiß ich, dass jemand wie Armin "zwitschert schneller als sein Schatten" Wolf um mindestens 43.209 mehr Follower hat als ich. Der ist aber auch im Fernsehen. Ich hingegen spiele in der Kategorie "+50-Typen, die beim Petersiliehacken Free Jazz hören und ausschließlich Wolkenfotos zwitschern" schon auch in meiner eigenen Liga.

Ich will hier aber keinen Beef mit Quotenqueens anzetteln, sondern halte lieber die Feststoffströme am Fließen: Mein einziger Abonnent (= Meo), der übrigens in Graz ansässig ist (no defining relative clause!), hat sich soeben mit einer Tafel portugiesischer Milchschokolade und einem handschriftlichen Begleitschreiben

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