Fata Morgana am Donaukanal

Am Donaukanal könnte ein weiteres Gastroprojekt entstehen. Entscheiden will das aber niemand. Eine Episode Wiener Stadtentwicklung

Stadtleben | LANDVERMESSUNG: LUKAS MATZINGER | aus FALTER 14/15 vom 01.04.2015


Foto: Heribert Corn

Foto: Heribert Corn

Heute spielen hier Hunde. Sie schnappen nach Frisbees, daneben sitzen junge Leute mit Dreadlocks und Baggypants in der Wiese. Zwei Kletterer bouldern die Kaimauer entlang, auf einer Parkbank tratschen alte Männer, die offensichtlich lieber Bier als Cocktails trinken.

Nirgends am Donaukanal ist es so ruhig, so grün, so sonnig. Die Architektin Gabu Heindl steht vor dem graffitibunten Fleck Leopoldstadt vis-à-vis dem Flex und erklärt die 950 Quadratmeter Wiese. Auf der zwischen Franz-Josefs-Kai und Oberer Donaustraße eingepferchten Betonoase Donaukanal gibt es wenige Plätze, an denen es sich so schön sitzen lässt wie hier. Eigentlich gar keinen. Wegen des Wilhelm-Kienzl-Parks oberhalb hört man unter der Kaimauer kaum Verkehrslärm, die Wiese ist flach, und man hat länger Sonne als auf dem anderen Ufer. Genau deshalb hat Heindl die hundert Meter zwischen dem denkmalgeschützten Otto-Wagner-Schützenhaus und der Augartenbrücke in ihren Donaukanal-Leitlinien als „konsumfreie Erholungszone“ vorgesehen.


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