Kommentar Kultur

Otto Muehl, Nordkorea, Adolf Loos: Das Mak zeigt Kunst ohne Kontext


MATTHIAS DUSINI
Falter & Meinung | aus FALTER 14/15 vom 01.04.2015

Im Herbst 1928 wurde Adolf Loos unter dem Verdacht des Missbrauchs minderjähriger Mädchen verhaftet. Die Kinder sagten vor Gericht mehrmals aus und verwickelten sich dabei in Widersprüche. So kam der weltberühmte Architekt mit einer bedingten Haftstrafe davon.

Der Fall bekam eine neue Brisanz, als der verschollene Gerichtsakt über den Sexualstraftäter unlängst bei einer Wohnungsräumung auftauchte. Als erste Zeitung berichtete der Falter über das Material. Der US-Historiker Christopher Long musste den Druck seines Buches "Der Fall Loos" unterbrechen, um seine Recherchen zu aktualisieren.

Die Anhänger des Architekten halten das Aufwärmen der Causa für überflüssig. Was hat das Privatleben mit den revolutionären Raumkonzepten von Loos und seinen fortschrittlichen Wohnbauprogrammen zu tun? In der großen Ausstellung über Adolf Loos und Josef Hoffmann, die derzeit im Museum für angewandte Kunst (Mak) zu sehen ist, wird die dunkle Seite des Genies mit keinem Wort erwähnt. Lässt

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