Von den Socken

Sneakersocks und Co machen die nackte Fessel zum neuen Dekolleté

Stadtleben | BETRACHTUNG: BIRGIT WITTSTOCK | aus FALTER 14/15 vom 01.04.2015

Ohne sie hätten wir längst kalte Füße bekommen, und obwohl sie uns vor wundgescheuerten Stellen bewahrt, vorm Schwitzen wie vor dem Frieren, hat es die Socke nie in den Modeolymp geschafft. Sie ist immer geblieben, was sie seit ihrer Erfindung als Fußlappen der alten Ägypter war: ein funktionelles Kleidungsstück mit sehr geringem Coolnessund Glamourfaktor, dem, anders als etwa dem Nylon-oder Seidenstrumpf, jegliche Erotik fehlt. Da helfen auch sämtliche Versuche der Modeindustrie, sie mit grellen Farben oder bunten Mustern aufzuwerten, wenig. Die einzige Socke, die es bislang schaffte, eine Art Markenhype auszulösen, war wohl die karogemusterte von Burlington. Aber auch das war eher ein Hypechen als ein echter Hype. Wohl mit ein Grund, warum die Socken in den vergangenen Jahren immer kürzer wurden, sich immer tiefer in den Schuh zurückzogen, bis sie schließlich dank Sneakersocks und Zehlingen fast völlig unsichtbar wurden.

Die nackten Fesseln, die seit einigen Saisons zwischen


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