"Vielleicht werden hier unsere Urenkel eines Tages in Frieden leben"

Der israelische Historiker Gideon Greif erklärt, wie es zum Rechtsruck in Israel kam und warum Kurt Waldheim immer noch ein Begriff ist

Politik | INTERVIEW: JOHANN SKOCEK | aus FALTER 14/15 vom 01.04.2015

Der israelische Historiker und Forscher Gideon Greif (64) ist eine Autorität in der Geschichte Israels. Zwischen 1983 und 2009 arbeitete er für die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. Er unterrichtet in Universitäten auf der ganzen Welt und publizierte zahllose Bücher, darunter das Standardwerk "Wir weinten tränenlos" über Überlebende des Sonderkommandos im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Der Falter sprach mit ihm nach der Parlamentswahl in Israel, die Ministerpräsident Benjamin Netanjahu überraschend klar gewann, über aktuelle Probleme und Vorfälle wie die Anschläge auf Juden und die historischen Wurzeln des Konflikts zwischen Israelis, Arabern und Palästinensern.

Falter: Herr Greif, hat ein Rechtsruck die Wahl in Israel zugunsten von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu entschieden, wie manche Kommentatoren in Mitteleuropa meinten?

Gideon Greif: Nein. Der Likud-Block ist einfach noch immer die attraktivste Partei für die meisten Israelis. Sie fühlen sich in dieser


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