Enthusiasmuskolumne Diesmal: Das beste Spiel der Welt der Woche

Mit Yak, Qua, Telex, Affi x zum Sieg

Feuilleton | Sara Schausberger | aus FALTER 15/15 vom 08.04.2015

Am schönsten ist Scrabbeln, wenn man jemandem gegenübersitzt, der das Spiel genau so ernst nimmt wie man selber. Da ist dieser spezielle Moment vor dem Griff ins grüne Buchstabensackerl, das rasselnde Geräusch, das die 100 Buchstaben machen. Da ist das Gefühl zwischen den Fingern, wenn man die ersten sieben Buchstaben herauszieht, die man dann vor sich auf das sogenannte "Bankerl" stellt.

Zu Beginn ist noch alles möglich. Hier offenbart sich, ob es eine einfache oder eine schwierige Partie wird. Hat man nur Konsonanten vor sich liegen, schaut es schlecht aus. Vielleicht steht aber auch ein Wort wie "Quellen" da: sieben Buchstaben lang, mit einem "Q" und noch dazu am doppelten Wortwert. Bringt insgesamt 106 Punkte, und das schon zu Beginn.

Scrabble ist so genial, weil es simpel und trotzdem gefinkelt ist. Man legt Buchstabensteine, die je nach Seltenheitsgrad -"E" kommt im Deutschen zum Beispiel oft vor -unterschiedliche Werte haben, zu Worten auf einem Spielbrett auf. Anlegen darf man nur an schon vorhandene Wörter. Wer am Schluss die meisten Punkte hat, gewinnt. Legt man ein Wort mit allen Buchstaben, gibt es 50 Punkte extra. Im Idealfall an einem Feld mit dreifachem Wortwert, dann kriegt man noch viel, viel mehr Punkte. Am allerbesten mit den Buchstaben Q, X oder Y, die sind nämlich besonders schwer anzubringen. Deshalb hilft es, Zwei-Buchstaben-Wörter wie Qi, Hü, My, Ny, Xi, Äs oder Ex zu kennen, oder Begriffe wie Yak, Qua, Telex, Sexte oder Affi x.

Komische Wortkreationen wie "Karottenauswuchs" oder "Lammlulu" sind übrigens nicht zulässig. Sollte man sich darüber uneinig sein, sei die Bibel für Scrabble-Enthusiasten empfohlen: Der "Scrabble-Duden" weiß es im Zweifelsfall immer.


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