Kommentar Kultur

Sexaffäre Loos: Warum die Vorwürfe gegen das Mak ins Leere gehen

Falter & Meinung | Christoph Thun-Hohenstein | aus FALTER 15/15 vom 08.04.2015

Der in der letzten Falter-Ausgabe erhobene Vorwurf, das Museum für angewandte Kunst (Mak) habe es verabsäumt, in der Ausstellung "Wege der Moderne. Josef Hoffmann, Adolf Loos und die Folgen" die sexuellen Vergehen des späten Loos zu thematisieren, geht ins Leere. Der Missbrauch minderjähriger Mädchen ist durch nichts zu entschuldigen. Bei der erwähnten Mak-Ausstellung handelt es sich aber nicht um eine große Loos-Personale, sondern um eine Darstellung der beiden in Wien entwickelten Wege der Moderne samt ihrer Vorgeschichte ab der Mitte des 18. Jahrhunderts und ihren Folgewirkungen bis in die Gegenwart.

Es ist die - auch in internationalen Medien gewürdigte -Pioniertat dieser Ausstellung, den Gegensatz zwischen dem konsumatorischen Weg der Wiener Secessionisten und insbesondere Hoffmanns und dem emanzipatorischen Ansatz des Einzelkämpfers Loos verständlich zu machen. Der Kontext der Ausstellung ist somit die Entwicklung des Geschmacks des Bürgertums in Österreich seit dem Rokoko.


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