Schärfere Paragrafen für die Intimsphäre

Sexuelle Belästigung und jede Form einer Vergewaltigung sollen endlich strafbar werden. Österreich steht ein Paradigmenwechsel bevor

Politik | Bericht: Barbara Tóth | aus FALTER 15/15 vom 08.04.2015


Illustration: Jochen Schievink

Illustration: Jochen Schievink

Jemanden immer wieder zum Rendezvous drängen? Lieber nicht. Könnte als geschlechtsspezifische Nötigung aufgefasst werden. Auf einem Fest einen herzlichen Begrüßungskuss bekommen und davon ausgehen, dass man später am Abend einfach weiterschmusen darf? Aufpassen. Sicherheitshalber jedes Mal vor dem Knutschen nachfragen. Wenn Alkohol im Spiel ist, erst recht. Sonst fällt es unter sexuelle Belästigung. In einer Beziehung über Monate hinweg schönen Sex haben, dann eines Tages streiten, trotzdem noch einmal vögeln, auch wenn der andere gesagt hat, er will heute Abend garantiert nicht? Niemals! Könnte eine Vergewaltigung sein.

Es sind Situationen wie diese, die Sarah Wesemann (23, Name von der Redaktion geändert), deutsche Gaststudentin an der Columbia University in New York, letzten September im verpflichtenden Kurs „Sexual Respect“ vorgesetzt bekam. Gemeinsam übten die Studentinnen ein, was am Universitätscampus erlaubt ist und was nicht. „No means No“ und „Yes means Yes“ lauten die Slogans, „Konsenskultur“ heißt das dazugehörige Selbstverständnis. Egal, ob Flirten, Anbandeln, Berührungen, Küssen oder Sex – jede Annäherung soll respektvoll und einvernehmlich sein. „Diese Regeln wurden uns regelrecht eingebläut“, erzählt Sarah.


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