Digitalia

IT-Kolumne

Medien | Anna Goldenberg | aus FALTER 15/15 vom 08.04.2015

Als ich gerade nach Ideen für diese Kolumne suchte, fand ich eine Pac-Man-Version von Google Maps. Ich recherchierte sorgfältig, indem ich eine geraume Zeit Pac-Man spielte. Ich schickte den hungrigen, gelben Puck durch Manhattan, zu meinen Eltern auf Besuch und um den Block meiner alten Schule. Das rote Gespenst sah der Turnlehrerin verdächtig ähnlich.

Immer öfter beobachte ich ein Pac-Man-ähnliches Verhalten bei meinen digitaleinheimischen Zeitgenossen und mir. Wenn Handyinternet oder -batterie ausbleiben, sind wir orientierungslos. Ohne richtungsangebende Wegweiser-App rennen wir, wie Pac-Man, bis wir irgendwo anstoßen. Karten lesen können wir schon lange nicht mehr. Unser Kurzzeitgedächtnis ist mündlichen Anweisungen ("bis zur übernächsten Ecke, dann hundert Meter nach links") nicht gewachsen. Außerdem ist es riskant, jemanden zu fragen. Sind ja alles Pac-Manfressende Monster da draußen.


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