Ein Auto-Bypass, der Menschen quält

Folge IX: Wien wächst, vor allem in der Donaustadt. Das bringt auch mehr Verkehr. Die Initiative Rett et das Lobauvorland kämpft für Flaniermeilen statt Verkehrslawinen und will, dass sich auch Kinder auf die Straße trauen

Politik | Bericht: Hannah Schifko | aus FALTER 15/15 vom 08.04.2015

Das heimelige Reihenhaus von Herta Erblich steht im Lobauvorland, dem ländlichen Wohngebiet vor dem Naturschutzpark Lobau. Der Bus kommt nur in unregelmäßigen Abständen, eine Anreise mit dem Fahrrad zwischen Lastwagen ist lebensgefährlich - es gibt nämlich keine Radwegstreifen. Zu Fuß kann man nicht gehen. Wo auch? Nirgends Gehsteige. Wer die herzliche Dame in dem von Landwirtschaft, Donauwasser und Chinarestaurants durchbrochenen Areal im 22. Wiener Bezirk aufsucht, der lernt schnell: Hier hat das Auto Vorrang.

Zwischen sechs- und achtt ausend Fahrzeuge rollen täglich praktisch vor Frau Erblichs Haustür in der Brockhausengasse vorbei. Zwei Drittel der Menschen, die aus Essling, Aspern oder Niederösterreich nach Wien und wieder zurück wollen, nehmen statt der Hauptstraßen den über elf Kilometer langen Schleichweg bei der Lobau.

Der öffentliche Verkehr ist im weitläufigen Bezirk, der in den nächsten 20 Jahren Wohnraum für 55.000 zusätzliche Menschen bieten soll, vergleichsweise


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