Stadtrand Urbanismuskolumne

Von Heizpilzen und zugenagelten Fenstern

Stadtleben | aus FALTER 15/15 vom 08.04.2015

In Wien hat man es als Raucher derzeit ja noch ziemlich bequem mit der hiesigen "Leben und leben lassen"-Lösung. Im Sommer sowieso und im Winter ist es auch nicht weiter schlimm, dass man in den meisten Speiselokalen nicht mehr rauchen darf - geht man halt nach dem Essen kurz vor die Tür. In der Rest-Gastro wurde mit der Teilung von Nicht- und Schonrauchern eine ganz okaye Lösung gefunden. Behauptet zumindest die Raucherin an dieser Stelle. Sollte demnächst das generelle Rauchverbot in der Gastronomie kommen, wird es interessant. In der Praxis wird das dann wahrscheinlich so aussehen: Die Raucher werden - oft mit alkoholverstärkten Stimmen - vor den Lokalen stehen, um einen Tschick zu heizen. Und weil es sich in Gesellschaft sowohl besser raucht als auch besser trinkt, bleibt man gleich stehen, um noch eine zu rauchen und noch eine und ... Bei Heizpilz und Schanigarten ließe es sich sogar die ganze Nacht draußen sitzen.

Fragt sich nur, wie gut das den Anrainern gefallen wird? Die mauern dann am besten ihre Fenster zu, um vor Lärm und Qualm geschützt zu sein.


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