Nüchtern betrachtet

Was mir die Vögel im Garten erzählen


Klaus Nüchtern
Feuilleton | aus FALTER 15/15 vom 08.04.2015

Unter Keynesianern, Spekulanten und anderen Gscheithauben gilt antizyklisches Verhalten als the thing to do. Das hat sich mittlerweile allerdings rumgesprochen. Jetzt geht JE-DER just um die Zeit ins Kieser-Studio, in der die anderen grad ihre Selleriestangen in den Joghurtdip stippen. Bloß: Es gibt keine ANDEREN mehr. Selleriestangenstippen ist totally twothousandandtwelve, weil ALLE antizyklisch kiesern wollen. Was naturgemäß nicht funktioniert.

Antizyklisch in den Augarten gehen hingegen geht supergut. Bis auf ein paar Läufer, Kinderwagenschieber und kinderwagenschiebende Läufer konnte man dort zuletzt nicht sehr viele Menschen antreffen. Den Pétanquespielern, Picknickdeckenaufbreitern und Slacklineschluffis war's noch zu kalt, fürs Bärlauchbrocken schon zu spät, und die Holzlaufradkiddies mit den Fahrradhelmen sind von ihren Helikoptereltern zu Oma und Opa aufs Land verfrachtet worden. Der Kinderspielplatz gehört allein den Krähen, die dort einen auf Hitchcock machen.

Überhaupt

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