Buch der Stunde

Georg Danzer in eigenen sowie in fremden Worten

Feuilleton | Gerhard Stöger | aus FALTER 15/15 vom 08.04.2015

Ein neues Buch über den besten der klassischen Austropop-Liedermacher? Ja und nein. Mit dem programmatischen Untertitel "Große Dinge - Erlebtes und Erzähltes" versehen, würdigt "Georg Danzer" den Musiker acht Jahre nach seinem Tod auf unkonventionelle Weise: Es erzählt viel Biografisches und ist doch alles andere als eine klassische Biografie. Teil eins bietet einen Nachdruck der 1993 erschienenen Kindheitserinnerungen Danzers, die durch einen Verlagskonkurs damals gleich wieder vom Markt verschwunden waren; in Teil zwei erzählen Freunde und Kollegen posthum über den Musiker, aufgeschrieben vom Autor Andy Zahradnik.

Stoff für Hardcore-Fans also? Mitnichten. Der Nachdruck enthält poetische Erzählungen einer Wiener Nachkriegskindheit und -jugend, um Musik geht es dabei fast gar nicht. In schlichter, aber sehr lebendiger Sprache erinnert sich Danzer an spezifische Gerüche und Geschmäcker, an den Antisemitismus der Wiener Kommunisten und die Sandkörner in Muttis Schokopudding. Er


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