Knirschen im Gebälk

Stadtleben | aus FALTER 15/15 vom 08.04.2015

Der jüngste Einsturz datiert vom 8. März dieses Jahres, als in Rudolfsheim ein Haus in sich zusammenfiel. Das seit längerem leerstehende Gebäude war renoviert worden -allerdings ohne Baubewilligung. Der Besitzer hatte geplant, den Altbau bis auf die Fassade abzureißen. Zu viel für das altersschwache Zinshaus.

Am 9. Dezember 2014 wurde in Penzing ein Haus evakuiert, als eine Bewohnerin Mauerrisse entdeckte. Erst drei Tage vorher war in der Äußeren Mariahilfer Straße ein Stiegenhaus teilweise eingestürzt. Wahrscheinlichste Ursachen: Der Lifteinbau im Zuge eines Dachgeschoßausbaus und starker Regen.

Am 17. Oktober 2014 krachte ein vierstöckiger Teil der Manner-Fabrik in Wien-Ottakring zusammen. Auch hier waren seit 2012 Umbauten vorgenommen worden. Verletzt wurde niemand.

Tragischer dagegen der Fall in der Äußeren Mariahilfer Straße: Dort stürzte am 26.April 2014 ein Haus teilweise ein. Ein 19-jähriger hatte in Selbstmordabsicht die Gasleitung manipuliert. Der junge Mann starb, mehrere Bewohner wurden verletzt.

Der wohl berühmteste Einsturz der Wiener Stadtgeschichte betraf kein Haus, sondern eine Straße: Am 1. August 1976, kurz vor 5 Uhr früh, stürzte die alte Reichsbrücke nach langjähriger Materialermüdung nahezu komplett in die Donau.

Die letzten Einstürze durch Erdbeben liegen schon länger zurück: Mehrere Beben im Jahr 1590 brachten zahlreiche Kirchen zum Einsturz, die Spitze des Stephansdom-Südturms bekam einen Knick, in der Rotenturmstraße brach die Herberge "Zur guldnen Sonne" zusammen, in den Trümmern starben neun Menschen.


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