Was in Schweden eine Vergewaltigung ist, ist in Deutschland einfach nur Sex: Wie andere Rechtssysteme mit sexuellen Übergriffen umgehen

Politik | Nina Horaczek | aus FALTER 15/15 vom 08.04.2015

Es war ein Video einer belgischen Filmstudentin, das die Regierung veranlasste, 2014 ein neues Gesetz zu verabschieden. Die Studentin dokumentierte mit versteckter Kamera, wie sie auf Brüssels Straßen von Männern angesprochen, belästigt und schließlich als Hure beschimpft wurde. Aufgrund dieses Videos steht in Belgien nun die sexuelle Belästigung im öffentlichen Raum und auch im Internet, etwa auf Facebook, unter Strafe. Wer eine Person aufgrund ihres Geschlechts in der Öffentlichkeit belästigt, einschüchternde sexuelle Bemerkungen macht und dabei ihre Würde verletzt, muss mit einer Strafe von bis zu 1000 Euro oder einem Jahr Gefängnis rechnen.

Um in Schweden wegen Vergewaltigung verurteilt zu werden, muss man keine Gewalt ausgeübt haben. Es reicht, ein "Nein" zu ignorieren. Neben der Vergewaltigung mit Gewalt und Drohungen wird in Schweden auch das Ausnützen eines hilflosen Zustandes als Vergewaltigung geahndet, etwa wenn eine Person schläft, bewusstlos oder schwer alkoholisiert


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