Teufels Werk

Vor zehn Jahren gründete Volksschullehrerin Ingrid Teufel Wiens erste gemeinsame Schule für 6- bis 14-Jährige. Die Geschichte einer Pionierleistung

Porträt: Nina Brnada | Politik | aus FALTER 15/15 vom 08.04.2015

Es braucht nur einen Menschen im Leben, der an einen glaubt, sagt Ingrid Teufel. In ihrem Fall war es einst die Hauptschullehrerin. In der vierten Klasse starb Teufels Großvater, bei ihm war sie aufgewachsen. Danach sackten die schulischen Leistungen des Mädchens ab, ihr Teenagerleben drohte aus den Fugen zu geraten. Die Lehrerin gab ihr trotzdem gute Noten, sodass sie ein Gymnasium besuchen konnte. "Sie glaubte an mich", sagt Teufel. "Ohne sie wäre mein Leben wohl anders verlaufen."

Teufel sollte später selbst Lehrerin werden, 44 Jahre lang übte sie diesen Beruf aus. Die heute 64-Jährige ist eine Frau mit offenem Blick und blauen Augen. Für Generationen von Schülern wollte sie diejenige sein, die Zuversicht zeigte. "Es geht schließlich nicht um Schul-, sondern um Lebenserfolg."

Sie überlegte, was es braucht, damit Kinder sich wohl fühlen und erfolgreich lernen können. Vor zehn Jahren begründet sie die Lerngemeinschaft 15, einen Schulversuch an der Volksschule Friedrichsplatz

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