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Ex-Vizechefpsychologe der Karlau: verurteilt und nun auch ohne Job

Ein Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Politik | Gerlinde Pölsler | aus FALTER 16/15 vom 15.04.2015

Den Angaben der Opfer wird Glauben geschenkt, der Theorie des Angeklagten, dass sich die Zeugen gegen ihn verschworen haben, wird nicht gefolgt." So begründete Richter Hannes Samitz seinen Schuldspruch im Fall des früheren Vizechefpsychologen der steirischen Justizanstalt Karlau wegen sexueller Belästigung.

Der Mann habe bei zwei seiner Mitarbeiterinnen über der Bekleidung die Brust betastet, einer Kollegin habe er an den Genitalbereich gefasst und dabei "reibende Bewegungen durchgeführt". Er kündigte nun volle Berufung an, das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Die Geldstrafe lautet auf 120 Tagsätze, wobei der Tagsatz "aufgrund des nun eingeschränkten Einkommens" mit 15 Euro festgelegt wurde.

Hintergrund: "Mit dem Moment, wo Strafantrag eingebracht wurde, haben wir das Dienstverhältnis aufgekündigt", erklärt Christian Timm von der Vollzugsdirektion.

"Wir sind ja gegenüber unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zur Fürsorge verpflichtet." Der Psychologe hat seine Entlassung angefochten.


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