Festival Tipps

Draußen und geschenkt: Elektronischer Frühling

Lexikon | SF | aus FALTER 16/15 vom 15.04.2015

Viele Jahre wurde in der Szene gejammert, dass Wien kein Elektronikfestival hat. Jetzt findet mit dem Electric Spring im Museumsquartier ein neues statt - und schon wieder wird gesudert. Das Lineup sei beliebig und der Auftritt von Nazar am Donnerstag eine Themenverfehlung, sagen die Electro-Connaisseure; das mit 100.000 Euro finanziell sehr gut aufgestellte zweitägige Gratis-Festival ein Angebot der SPÖ Wien an das junge Stimmvolk im Wahljahr, werfen politisch Denkende ein.

Durchatmen: Betrachtet man das Programm des Electric Spring, das von Kurator Thomas Heher (Waves Festival) verantwortet wird, so bietet es durchaus einen guten Überblick darüber, was sich derzeit in Österreich an elektronischer (Pop-)Musik tut. Weit in der Auslegung, weiblich in der Ausführung und niederschwellig im Zugang, so kündigte Heher das neue Festival, bei dem ausschließlich heimische Acts auftreten, auf einer Pressekonferenz an. Mit über 40 Prozent kann sich der Anteil der beteiligten Künstlerinnen tatsächlich sehen lassen.

Hauptprogrammtag ist der Freitag, bespielt werden der Haupthof, das Foyer der Kunsthalle, die Mumok Hofstallungen und das Café Leopold. Draußen eröffnet um 19.30 Uhr die hochgradig sympathische, verrückte und gute Fijuka-Hälfte Ankathie Koi mit ihrem Soloprojekt, um 21 Uhr spielen die Leider-nicht-Songcontest-Teilnehmer Johann Sebastian Bass. In den Mumok Hofstallungen treten die tolle R'n'B-Produzentin The Unused Word, die Electropop-Band Gods sowie die unverändert großartigen Elektro Guzzi (neues Album im Mai) auf. Im Café Leopold konzertieren mit Leyya und Mynth zwei vielversprechende junge Frau-Mann-Acts zwischen Pop und Elektronik, von denen in nächster Zeit noch einiges zu hören sein wird. Unterm Strich ist das dann auch wieder nicht so wenig.

Museumsquartier, Fr 19.30 (Eintritt frei)


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