Keine Helden, Platz für Geschichten

Das Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkrieges zeigt, wie sehr Österreich sein Haus der Geschichte braucht

Falter & Meinung | Kommentar: Barbara Tóth | aus FALTER 16/15 vom 15.04.2015

Bilder erzählen Geschichte. Vor zehn Jahren ließ der damalige Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) zur Erinnerung an das Ende des Zweiten Weltkrieges auf dem Heldenplatz Kartoffeln anpflanzen. Wie damals, im Jahr 1945, als in Wien bittere Not herrschte und jeder Flecken Erde genutzt wurde. Seht her, so arm und geschunden waren wir damals!, lautete der Grundtenor des Schüssel'schen "Gedankenjahres" 2005.

Heuer, nur zehn Jahre später, stehen auf dem Heldenplatz zwölf Litfaßsäulen mit Bildern des Fotografen Stefan Oláh. Darauf zu sehen sind Orte wie der Floridsdorfer Spitz oder Stein in Krems. Hier fanden in den Apriltagen des Jahres 1945 noch Gräueltaten statt. Verübt von Nationalsozialisten an Juden, Zwangsarbeitern und auch an Wehrmachtsoffi zieren, die den Durchhalteparolen nicht mehr glaubten und die Stadt lieber kampflos der heranrückenden Roten Armee übergeben wollten. Seht her, wie viele von uns Schweine waren, bis zuletzt! Das ist der Aspekt der Geschichte, den uns der


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige