Wo der Dichter einstmals schrieb, steht noch heut, was von ihm blieb

Feuilleton | SF | aus FALTER 16/15 vom 15.04.2015

Das stille Kämmerlein des Dichters ist in der Vorstellung vieler Menschen ein romantischer Ort. Wo ein Sprachkünstler und großer Geist einst wirkte, da muss auch nach seinem Tod noch etwas vorhanden sein - nennen wir es ruhig die Aura des Dichters. Aufgrund dieser Verklärung sind sehr viele Literaturmuseen in den Geburtsoder späteren Wohnhäusern von Autoren untergebracht.

Meister der Musealisierung und die wohl penibelsten Verwalter ihrer toten Dichter sind deutsche Literaturinstitutionen. "So etwas sollten wir Deutsche auch haben", schrieb der Germanist Otto Güntter 1882/83 in sein Reisetagebuch. Während eines Studienaufenthalts in London begeisterte ihn im British Museum der Saal der Manuskripte mit handschriftlichen Zeugnissen berühmter Persönlichkeiten.

1890 veranstaltete Güntter in Stuttgart eine Ausstellung, die zum Anstoß für die Gründung des Schiller-Archivs und -Museums in dessen Geburtsort Marbach wurde. Aus Güntters Idee erwuchs schließlich das größte deutsche

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