Wieder gelesen

Bücher, entstaubt

Politik | SK | aus FALTER 16/15 vom 15.04.2015

Die Subprime-Katastrophe

Das Zentrum der Krise sei Amerika, nicht Europa, die deutschen Banken seien gut aufgestellt, posaunte der deutsche Finanzminister Peer Steinbrück, als der Subprime-Markt 2008 kollabierte. Das war unwissend oder verlogen. Die Regierungen der USA und der Schweiz haben ihre Bankenkrisen gewinnbringend bereinigt, und Deutschland ist das Zentrum der Derivatenkatastrophe, bewies der Finanzjournalist Leo Müller 2010, und man sollte sich von seiner sensationsheischenden Sprache nicht abhalten lassen, sich von ihm noch einmal vor Augen führen zu lassen, wie die rotgrüne Regierung zu einer Zeit, als der Subprime-Markt bereits erodierte, Vollgas gab, um einen "Finanzstandort Deutschland" von Weltgeltung zu etablieren. Angela Merkel fuhr diesen Kurs ab 2005 beschleunigt weiter. Noch heute liegen sorgfältig vertuscht durch Bilanztricks die größten Bad Banks der Welt in Deutschland. Abermilliarden an toxischen Derivaten hatten insbesondere die Landesbanken angehäuft - dass die Bayerische Landesbank 2007 die Hälfte der Hypo Group Alpe Adria erwarb, war da sogar ein eher kleines, wenngleich bezeichnendes Schurkenstück.

Leo Müller: Bank-Räuber. Econ, 384 S., € 20,10


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige