Mediaforschung Verführungskolumne

Warum hat Apple noch immer so ein cooles Image?

Medien | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 16/15 vom 15.04.2015

Bereits im März versetzte sie Technikjournalisten in Wallungen, nun liefert Apple die ersten Modelle aus: Die Apple Watch ist da und der Konzern lädt das neue Technikdings mit viel Pathos auf: "Sie ist das persönlichste Produkt, das wir je entwickelt haben." Warum? "Sie ist das erste, das man anziehen kann." Aha.

So viel Emotion ist Balsam aufs Apple-Arschgeweih der Markenfanatiker, die bei jedem neuen iHype vor den Filialen des Milliardenkonzerns kampieren. Erst vor wenigen Tagen gab das Unternehmen bekannt, es wolle die langen Warteschlangen vor Erstauslieferungen abstellen. Sie seien schlecht fürs Image.

Jaja, das Image. Warum landet der Konzern im Ranking um die beliebtesten Marken eigentlich noch immer ganz oben, wenn da so viele Vorwürfe herumschwirren? Etwa jener der Steuervermeidung in Milliardenhöhe. Oder jener über die Ausbeutung von Angestellten im chinesischen Zulieferbetrieb Foxconn, die Apple-Geräte zusammenbauten und 2010 serienmäßig Suizid begingen - schlag nach im "Schwarzbuch Markenfirmen".

Die Antwort auf die Frage hat mit einer aktuellen Nachricht der Agentur Reuters zu tun. Derzufolge soll Apple allein im letzten Monat 35,7 Millionen Euro für Werbung im US-Fernsehen ausgegeben haben. Die perfekt gemachten Spots zeigen die Uhr als Feuerwerk der Möglichkeiten. Schöne Bilder, cooler Sound. Die Apple-Uhr, lässt die Werbung uns glauben, macht unser Leben besser. Außer man muss sie als Fabriksarbeiter in China gerade zusammenbauen.


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